OF HEDEMÜNDEN

JEDER kann anderen helfen…

Liebe Mitbürg/-er/-innen,

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat heute eine Neubewertung bezüglich des Corona-Virus (COVID-19) vorgenommen (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html). Während zunächst nur von einem „mäßigen“ Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ausgegangen worden war, hat das RKI das Risiko in seiner neusten Einschätzung nun als „hoch“ eingestuft.
Es ist diesbezüglich äußert wichtig zu verstehen, was diese Risikoeinschätzung bedeutet und welche Handlungsempfehlungen sich daraus für uns alle ergeben. Zunächst einmal ist es wichtig, zwischen dem vom RKI angesprochenen „Risiko für die Bevölkerung“ und dem „Risiko für den einzelnen Menschen“ zu unterscheiden. Das Risiko einer Infektion mit COVID-19 für den einzelnen Menschen ist momentan (noch) recht gering. Allerdings wird das individuelle Ansteckungsrisiko täglich steigen. Man geht zurzeit davon aus, dass, ähnlich wie bei einer „normalen“ Grippe, jeder mit COVID-19 infizierte Mensch im Durchschnitt drei weitere Menschen ansteckt. Daraus ergibt sich eine exponentielle Ausbreitung des Virus.  Die Gefahr durch eine Infektion mit COVID-19 schwer zu erkranken oder gar zu sterben, ist dagegen für die meisten Menschen in unserem Land sehr gering – und wird es auch bleiben. Es gilt aber als ebenso gesichert, dass eine Infektion mit COVID-19 umso gefährlicher ist, je älter ein Mensch ist und je mehr Vorerkrankungen bestehen. Vor allem Menschen mit Lungenerkrankungen sind einer besonderen Gefahr ausgesetzt.
Es gibt also Risikogruppen, die wir mit allen Kräften schützen müssen. Genau hier wird die vom RKI vorgenommene Einschätzung des „Risikos für die Bevölkerung“ bedeutsam. Da es bei einigen Menschen zu schweren Krankheitsverläufen kommt und kommen wird, muss alles dafür getan werden, für diese Menschen eine klinische und ggf. intensivmedizinische Versorgung so gut wie eben möglich sicherzustellen.
Hier gibt es in unserem Land aber einen Flaschenhals. Die klinischen Kapazitäten sind begrenzt. Wenn sich COVID-19 weiterhin so ungebremst ausbreitet wie es das momentan tut, wird es sehr bald nicht mehr genügend intensivmedizinische Versorgungsplätze für Menschen geben, die mit einem schwerem Krankheitsverlauf um ihr Leben bangen müssen. Wir können alle helfen, um die Gefahr für diese Menschen zu verkleinern. Genau um diese Maßnahmen geht es, wenn das RKI von „Risiko für die Bevölkerung“ spricht.
Wir erleben zurzeit, dass viele Menschen vor allem an die Gefahr für sich denken. Hamsterkäufe in Supermärkten sind ein Symptom davon. Genau um diese individuelle Gefahr sollte es gerade aber nicht in erster Linie gehen. Die in der Öffentlichkeit breit kommunizierten Maßnahmen zielen auf den Schutz der Risikogruppen ab. Sie sollen bezwecken, dass unsere Krankenhäuser nicht völlig überlastet werden.

Wir müssen uns alle anstrengen, um jene Menschen zu schützen, die durch COVID-19 besonders bedroht sind.
Wir müssen zusammen das Ziel verfolgen, die Verbreitung so gut wie möglich zu bremsen, damit schwererkrankte Menschen im Krankenhaus die ärztliche Behandlung bekommen können, die sie brauchen.

Macht es wie wir, das gesamte Jahr für andere da sein und helfen