OF HEDEMÜNDEN

Ausbildungsdienst mit der Wärmebildkamera

Nach einem sehr umfangreichen theoretischen Dienst mit der neuen WBK (Dank an C. Dorner, FF Gimte) haben wir einen praktischen Dienst zur Ausbildung der Aktiven durchgeführt.
Ausbildungsziel war, dass die Nutzer der Kamera im Einsatzfall die dargestellten Bilder richtig deuten können und auch das sichere Bewegen mit dem Blick auf das Display beherrschen.
Hierzu haben wir drei Kellerräume stark verraucht und diverse aufzufindende Dinge platziert.
Der vorgehende Trupp musste als erstes einen Rauchgasvorhang im Kellerzugang montieren, damit die Verrauchung nicht in das Treppenhaus heraustreten kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluss wurde der Kellerraum nach einem Tür-Check betreten und der Trupp musste den Raum erkunden.
Hierzu wird der „Würfelblick“ (in jedem Raum erneut) angewendet, der dem Nutzer in aller Kürze einen guten Überblick über die Situation gewährt:

1. Decke -> z. B. heiße Rauchgase oder beispielsweise Beschädigungen oder herabhängende Kabel/Leitungen
2. Boden -> z. B. Hindernisse, welche am Boden liegen, Öffnungen (Absturz)
3. Wand rechts -> Überblick zur rechten Raumseite, Öffnungen (Fenster, Türen), Fluchtwege
4. Wand gegenüber -> Überblick in Bewegungsrichtung, Öffnungen (Fenster, Türen), Fluchtwege
5. Wand links -> Überblick zur linken Raumseite, Öffnungen (Fenster, Türen), Fluchtwege
6. Rückwärtiger Blick -> Sichern des Rückzugsweges

Der erste Raum war der Heizungskeller, in dem eine Puppe abgelegt wurde.
Wie man auf dem Bild erkennen kann, sieht man die Konturen der Heizungsverrohrung und des Speichers sehr gut und die Bilddarstellung des Displays in den „Graustufen“ deutet auf unterschiedliche Temperaturen hin.
Hier gilt „weiß = heiß“, demnach kann man erkennen, dass die dunklen Rohre die Hauptversorgung des Gebäudes sind. Diese sind deutlich kälter als der Rest des Raumes.
Gut erkennbar ist die Heizungs- und Warmwasserverrohrung.

 

 

 

 

 

 

 

Die Person wurde gefunden.
Das mittlere Bild zeigt die Sicht auf die Person ohne Kamera und ohne Leuchte, das rechte zeigt den Blick mit Leuchte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Phänomen einer WBK ist der Blick auf eine glatte metallische oder gläserne Fläche.
Hier stehen wir vor einer Glasscheibe, welche an der Wand lehnt.

 

 

 

 

 

 

 

In den anderen Räumen hatten wir jeweils einen Eimer mit wärmeren Wasser abgestellt. Dieser sollte gefunden werden.
Auch das hat nach kurzer Orientierung gut geklappt.

 

 

 

 

 

 

 

Das sichere Bewegen über die Sicht auf das Display ist ungewöhnlich und schwierig, da das Display die tatsächlichen Abstände zu Gegenständen/Gefahrenstellen nicht eindeutig aufzeigt.
Hier kann die Kamera nur als Unterstützung genutzt werden, das herkömmliche Ertasten der Umgebung wird nicht ersetzt!

Mehr über den Einsatz und das Nutzen der WBK bei der Feuerwehr folgt später…